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Bedeutung forstlicher Generessourcen

Biodiversität wird als Zusammenspiel von Lebensraumvielfalt, Artenvielfalt und genetischer Vielfalt verstanden. Die genetische Vielfalt meint die intraspezifische genetische Variation, die es den Arten ermöglicht, sich an Umweltveränderungen anzupassen. Deshalb ist die genetische Vielfalt ein wesentlicher Faktor für die Erhaltung der Artenvielfalt und damit auch für die Stabilität des Lebensraumes Wald. Den einheimischen Baumarten als Gerüstarten unserer Waldökosysteme kommt dabei höchste Bedeutung zu. Sie bilden die Basis der Waldbiodiversitäts-Pyramide und tragen massgeblich zur nachhaltigen Sicherung von Waldleistungen bei. Die genetische Vielfalt der Waldbaumarten wird als „forstliche Genressourcen“ bezeichnet (forest genetic resources, FGR).

FGR in Europa

Unter dem Dach von Bioversity International (bisher: International Plant Genetic Research Institute, IPGRI) werden diverse internationale Programme betrieben. In Europa kümmert sich das European Forest Genetic Resources Programme (EUFORGEN) um die gesamteuropäische Zusammenarbeit und Koordination bei der Erhaltung der forstlichen Genressourcen. Die Schweiz ist Mitglied des Programmes und wirkt in den EUFORGEN-Arbeitsgruppen mit.

In den letzten Jahren wurde durch diese Zusammenarbeit in EUFORGEN das Fundament für die paneuropäisch koordinierte dynamische Erhaltung forstlicher Genressourcen geschaffen. Dabei liegt der Fokus vermehrt auf Umweltveränderungen und entsprechenden Reaktionen von Arten/Genpools sowie auf dem Monitoring entsprechender Prozesse.

Grundlagen der paneuropäischen Zusammenarbeit sind:

FGR in der Schweiz

Das Alpenland Schweiz ist für die Erhaltung forstlicher Genressourcen von Bedeutung. In der subalpinen Stufe kommen Arten des borealen Nadelwaldes vor, die von ihrer eurasischen Gesamtpopulation insoliert sind. Zudem kommen hier einige für Mitteleuropa besondere Standortfaktorkombinationen vor. Dies sowie die topographisch bedingte räumliche Isolation in Talschaften fördern die Differenzierung und damit die Bildung genetischer Variation (Ökotypen). Damit trägt die Schweiz für etliche Arten und forstliche Genressourcen eine besondere Verantwortung.

Angeregt durch die frühere schweizerische Arbeitsgruppe Genreservate war hier die Idee der Ausscheidung von Erhaltungsgebieten für forstliche Genressourcen schon zu Beginn der 1990er-Jahre lanciert worden. Im Rahmen eines Umsetzungsprojektes wurden dann 1995-2003 vier Generhaltungsgebiete vertraglich gesichert (BGI WSL/BAFU). Danach wurden das Umsetzungsprojekt und die weitere Ausscheidung von Generhaltungsgebieten sistiert.

In Zusammenhang mit der Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel und in Anlehnung an internationale Entwicklungen bei der Erhaltung forstlicher Genressorucen wurde Ende 2013 das Projekt Generhaltungsgebiete Schweiz (ETHZ/BAFU) neu lanciert.

 
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Tue Jun 27 22:42:52 CEST 2017
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