Die Gruppe

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Die Gruppe Waldmanagement/Waldbau beschäftigt sich mit allen Fragen der Waldbe­handlung und der Waldgestaltung, damit der Wald die verschiedensten an ihn gerich­teten Bedürfnisse unserer Gesellschaft zu erfüllen vermag. In Lehre und Forschung ver­suchen wir, den traditionsreichen naturnahen Waldbau in der Schweiz zu bewahren und ihn auf neue gesellschaftliche Bedürfnisse auszurichten und weiter zu entwickeln.

Im Schweizer Mitteland besteht die heutige Aufgabe vor allem darin, ein multifunktio­nales Waldmanagement zu betreiben, welches in seinem Grundauftrag eine möglichst hohe Kompatibilität der Holzproduktion mit allen anderen Ökosystemgütern und Dienstleistungen des Waldes gewährleistet. Dafür sind konkrete Anforderungsprofile des ge­wünschten Waldzustandes für die verschiedenen Produkte wie Holzpro­duk­tion, Naturschutz und Lebensraum, Erholung und Freizeit sowie Schutz vor Natur- und Zivilisationsgefahren zu definieren und Konflikte zwischen den verschiedenen An­forde­rungsprofilen zu erkennen und zu entflechten, wo dies möglich ist.

Wir verstehen ein zeitgemässes multifunktionales Waldmanagement als ein System aus drei Komponenten:

  • Naturnaher resp. naturopportuner Waldbau auf der ganzen Fläche, unter bestmög­lichem Einbezug der natürlichen Begebenheiten und Prozesse, frei von Schemen und Dogmen, mit einer den Zielen entsprechend optimalen Wahl der Waldbauinstrumente resp. deren Kombination (Betriebsarten, Hiebsarten), sowie durch Zulassen der höchstmöglichen Naturautomation zwecks Minimie­rung der Investitionskosten. Naturnahes, nachhaltiges Management mit dem Ziel „Holzproduktion“ verstehen wir als Grundauftrag, der die übrigen Produkte und Dienstleistungen ebenfalls bestmöglich zu erfüllen vermag oder sie so wenig wie möglich beeinträchtigt
  • Zulassen der natürlichen Dynamik auf reservierten Waldflächen für den Naturschutz, die Forschung und Naturerziehung (Waldreservate)
  • Definition detaillierter Anforderungsprofile für spezifische Produkte, die im Rah­men des Grundauftrag „naturnahe Holzproduktion“ nicht erfüllt werden können sowie deren Verwirklichung durch spezifische waldbauliche Eingriffe und Mass­nah­men (Waldrand, Altholzinseln, Biotopbäume, Mittelwald, lichte Wälder, Totholz, ...)

Ein wesentlicher Teil der Schweizer Waldfläche ist Schutzwald, auch die Mittellandkantone weisen Schutzwaldflächen auf. Im Schutzwaldmanagement befassen wir uns mit der Frage, welche Waldstrukturen anzustreben sind, damit der Wald wirksam vor Lawinen, Steinschlag, Rutschungen oder Wildbächen schützen kann und wie diese Strukturen möglichst effizient erreicht werden können.

Die Gruppe Waldmanagement/Waldbau entstand aus der ehemaligen Professur Waldbau (Prof. J.-Ph. Schütz) resp. dem Institut für Waldbau der früheren Forstabteilung der ETH Zürich (Professoren). Nach der Integration der Forstwissen­schaften in die Umweltwissenschaften und der Emeritierung von Prof. Schütz im Jahre 2004 wurde die Waldbauprofessur in die beiden Professuren Ökosystemmanagement und Waldökologie aufgeteilt. Diese Aufteilung resp. Neu­aus­richtung hatte zur Folge, dass Waldbau seither nur noch von einer kleinen Gruppe an der ETH weiter gelehrt wird. Heute ist Waldmanagement/Waldbau eine selbständige Forschungsgruppe im Departement Umweltsystemwissenschaften (D-USYS), angesiedelt beim Institut für terrestrische Ökosysteme (ITES).

 
URL der Seite: http://www.wm.ethz.ch/Gruppe.html
21.02.2017
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